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Letzte Aktualisierung: 08.12.16


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Band 22: Wilmanns, O. (1980): Rosa arvensis-Gesellschaften mit einer Bemerkung zur Kennarten-Garnitur des Carpinion S. 125 - 134

Rosa arvensis-Gesellschaften mit einer Bemerkung zur Kennarten-Garnitur des Carpinion

Es werden zwei Regionalassoziationen mit der Kennart Rosa arvensis aufgestellt (s. Tabelle) das subatlantische Hedero-Rosetum arvensis ass. nova mit dem Verbreitungsschwerpunkt im Schweizer Jura und in der submontanen Hügelzone in der südlichen Oberrheinebene und ein provisorisch benanntes "Rosetum subcontinentale“ östlich des Schwarzwaldes (s. Karte). Die Gesellschaften gehören zu den Rhamno-Prunetea; ihre genauere Syntaxonomie wird diskutiert. Struktur und Syndynamik der Gesellschaften werden durch die Strategie von Rosa arvensis bestimmt: Während sie im Walde selbst nur kümmernd überdauert, gewinnt sie erst bei Auflichtung volle Vitalität und bildet als Spreizklimmer "Schleier". Oberirdische und unterirdische vegetative Vermehrung können zur Dominanz führen. Die Bestände sind kurzlebig, da Rosa arvensis ihrerseits leicht verdrängt wird; doch kann sie durch Bewurzelung der Triebspitzen und unterirdische Sproßausläufer "wandern" und auf diese Weise verschiedene "Substratgesellschaften", z.B. Saumgesellschaften, überwachsen. Die Rosa arvensis-Gesellschaften kommen überwiegend auf leicht wechselfeuchten, tonigen Lehmen über Kalkgesteinen und bei hoher Sommerwärme, oft leicht überschirmt, vor. In der montanen Stufe meiden sie kaltluftgefährdete Lagen. Die bisher ausscheidbaren Untereinheiten sind weniger standortsökologisch als aus den Kontaktgesellschaften zu erklären (Vizinismus). Es wird auf die Verarmung höherer Wald-Syntaxa an "Kennarten" und die methodischen und die natürlichen Ursachen dieses Prozesses aufmerksam gemacht.

Two regional associations, characterized by Rosa arvensis, are described (see table): the subatlantic Hedero-Rosetum ass. nova, which is primarily located in the Swiss Jura and the submontane zone in the southern Upper Rhine valley, and the (provisionally named) "Rosetum subcontinentale", which is located east of the Black Forest (see map). The communities belong to the Rhamno-Prunetea; their syntaxonomy is discussed. Structure and dynamic of the phytocoenoses are determined by the strategy of Rosa arvensis. While it exists miserably in the forest itself, it grows in full vitality at the edge, especially along roads, and forms "veils" by climbing; it may come to dominance by above-ground and subterranean vegetative reproduction. The stands are short-lived because Rosa arvensis is a weak competitor; however it may "walk" by the formation of roots at the top of stems and by subterranean stolons and, therefore, grow over different "substrate communities". The Rosa arvensis communities live mainly on limestone soils which are rich in clay. There is a distribution coincidence to high summer temperatures; often they are protected by a tree canopy. In the montane girdle they avoid situations which might be influenced by an accumulation of cold air. Most of the subunits are explainable by the types of contact communities (vicinism). Included is a comment about the impoverishment of the "character species" in higher syntaxonomical units of forest communities.

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